Eine Vision für 2030

Eine Vision von Lichtenfels für das Jahr 2030

Wie könnte die Zukunft in Lichtenfels aussehen? Oft fällt einem die Vorstellung leichter, wenn man Beispiele hat. Vor allem nimmt es Angst vor Ungewissem. Wir sind gegen Verbote, aber für Regeln, die uns eine Transformation ermöglichen. Es gibt viel mehr zu gewinnen in einer klimaneutralen Zukunft als zu verlieren für die Bürger*Innen von Lichtenfels. Hier haben wir unsere Träume und Visionen groß geträumt und laden dich zum Dialog ein: 

Lichtenfels hat sich zu einer Fahrradstadt gewandelt. Die Fahrbahnen wurden so aufgeteilt, dass alle – auch die Kinder – sicher ans Ziel kommen. Im Winter werden zuerst die Fahrradwege geräumt und dann die Fahrbahn für die Autos. 

 Die wenigsten Haushalte besitzen noch ein Auto. Der öffentliche Nahverkehr verbindet die Stadtteile und Gemeinden in einem ausreichenden Takt und wo notwendig, gibt es Minibusse, die die Menschen von den Haltestellen mit ihren Einkäufen auch bis vor die Haustüre fahren. Das Bahnhofscafé hat wiedereröffnet, denn durch den verbesserten Nahverkehr fahren viel mehr Menschen mit dem Zug zur Arbeit. Und sollte man dennoch mal ein Auto benötigen, zum Beispiel für die Gartenabfälle, die keinen Platz mehr auf dem Kompost haben, leiht man sich eines der vielen Fahrzeuge aus dem Carsharing für Lichtenfels, dass es seit 2021 gibt und mittlerweile Fahrzeuge in jedem Ortsteil hat.

Unsere Einkäufe erledigen wir regional und unverpackt. Lichtenfels hat ein eigenes Pfandglas-System. Die Gläser können im Unverpackt-Laden und bei den zahlreichen Direktvermarktern im eigenen Hofladen mit Lebensmitteln oder bspw. mit regional hergestellten Körperpflegeprodukten befüllt werden. Braucht man Kleidung, Spielzeug oder Dinge für den Haushalt, geht man auf den monatlichen Flohmarkt in der Stadthalle. Der Möbelflohmarkt findet online statt, aber die Stadt hat im Carsharing Pool auch einen Transporter. Helfende Hände finden sich außerdem immer. Falls mal nichts dabei ist, findet man vielleicht das Passende in der kleinen Möbelmanufaktur. Hier kann man auch alte Stücke wieder aufbereiten lassen oder selbst aufbereiten.

Fleisch gibt es einmal in der Woche – bei den meisten sonntags, wie das auch früher war. Viele verzichten ganz bewusst ganz darauf. Dafür hat Lichtenfels nun aber einen ehemaligen Metzger, der vegane Produkte selbst herstellt und in seiner Theke hat. Der Mittagsimbiss ist auch stark nachgefragt – vor allem freitags, da gibt es Burger.

Die Vogelpopulation um Lichtenfels ist stark angewachsen, da es wieder mehr Insekten gibt. Durch die Garten- und Baumverordnung blühen in den meisten Gärten die Wiesen den ganzen Sommer über. Durch das bewusste Pflanzen von alten Obstsorten, gibt es nicht nur gesünderes und geschmacklich außergewöhnliches Obst, sondern in unseren Eisdielen auch tolle neue Eissorten wie Winterkalvill oder Prinzessin-Kirsche.

Nach dem Start der Ökomodellregion Anfang des Jahrzehnts hat Lichtenfels weitere Fördermittel für den ökologischen Landbau erhalten. Die Lieblingsfahrradtour vieler Kinder geht mittlerweile vorbei an den Weiden mit Schweinen, Kühen, Schafen und Alpakas. Die Erosion der Böden auf den Ackerflächen kann durch den ökologischen Landbau nahezu vollständig verhindert werden.

Lichtenfels hat 2022 die richtigen Maßnahmen eingeleitet, sodass wir eine stabile Trinkwasserversorgung haben. Außerdem werden im Stadtgebiet neue Bauvorhaben, die weitere Flächen versiegeln würden, geprüft und geändert oder abgelehnt. Nach einem Berliner Vorbild wird auch auf Regenwasserwirtschaft gesetzt. Unter dem ehemaligen Parkplatz des LIFE sowie an allen neuen oder veränderten Bebauungen wird nun wertvolles Regenwasser gespeichert. Auch die um ein Vielfaches angestiegene Begrünung von Dächern und Hausfassaden trägt dazu und zur willkommenen Abkühlung im Sommer bei.

Weniger ist mehr geworden. Materieller Luxus hat an Bedeutung verloren. Wir haben die Suffizienz entdeckt und begonnen danach zu leben. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Erde unwiederbringlich in einen Heißzustand geraten ist. Wir leben in einer Postwachstumsgesellschaft [Video] und arbeiten keine 40 Stunden pro Woche mehr, sondern nur noch 20 bis 30. Dafür treffen wir uns nachmittags mit unseren Freunden im Repaircafé, denn alle Elektrogeräte sind nun so gebaut, dass man sie auch reparieren kann und muss. Oder wir helfen ein paar Stunden bei unserem solidarischen Landwirtschaftprojekt, wo wir monatlich unser biologisch angebautes Obst und Gemüse beziehen. Das erste dieser Art haben wir 2020 begonnen, mittlerweile sind es mehr als 20. Durch die veränderte Arbeitskultur sind öffentliche Räume belebt worden. Auf den zum Teil neu entstandenen Gemeinschaftsflächen finden sogar Tanzkurse statt.

Wir teilen mehr. Unser Einkommen ist zwar geringer geworden, aber viele Dinge, die früher die meiste Zeit unbenutzt herumstanden, wie Werkzeuge oder Waschmaschinen, werden nun von mehreren Haushalten in der Nachbarschaft genutzt. Auch dadurch benötigt ein suffizientes Leben weitaus weniger finanzielle Mittel.

Der wahre Luxus ist die Zeit, die wir mit unserer Familie und unseren Freunden verbringen dürfen. Und das Glück liegt in unserer Zufriedenheit. Von Allem haben wir jetzt mehr.

Viele weitere Bilder von unserer zukünftigen Stadt haben wir im Kopf, aber vielleicht fallen dir ja selbst noch welche ein?

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Willkommen in Lichtenfels. Wir schreiben das Jahr 2030, es hat sich vieles verändert. Die neue S-Bahn Anbindung nach Bamberg und weiter nach Nürnberg lädt die Menschen ein, in die Deutsche Korb- und Fahrradstadt zu kommen. Vom barrierefreien alten Bahnhof aus gelangt man in die Innenstadt und zum Fachmarktzentrum, an dem man günstig E-Bikes mieten kann, um die Gegend zu erkunden. Eine weitere Leihstation befindet sich am neuen S-Bahnhof in Seubelsdorf, an dem sich auch ein Pendlerparkplatz befindet, auf dem man günstig für die Dauer seines Aufenthaltes parken kann. Auf diesem befinden sich auch Ladesäulen für E-Autos. Ein System, mit dem man für die Ladeentgelte Prämienpunkte erhält, die man in Eisdielen, Restaurants oder Imbissen einlösen kann, erhöht die Akzeptanz. Ein weiterer Parkplatz befindet sich an der Ausfahrt Lichtenfels-Ost, auch dort sind E-Bikes und Ladestationen zu finden. In der ganzen Stadt sind gut ausgebaute Radwege anstelle von breiten Zufahrtsstraßen gebaut worden, eine Einbahnstraßenregelung wurde eigens dafür in enger Zusammenarbeit mit den Einwohnerinnen und Einwohnern entwickelt.

Alle Parkplätze wurden entsiegelt, statt einer öden Betonwüste wurde eine Versickerungsoberfläche aufgebracht, durch die das Regenwasser in dafür vorgesehene Zisternen geleitet wird und als Brauchwasser für die Bewässerung der Bäume und Beete dient.

Auf den Dächern der Schulen, des Hallenbades, der Einkaufszentren und überall, wo es möglich war, wurden Solaranlagen installiert, die einen großen Teil des Stromes für die Stadt erzeugen. Dank der mittlerweile vorhandenen Speichertechnik kann dieser rund um die Uhr zur Verfügung gestellt werden. Die Lichtenfelser Bürgerinnen und Bürger haben sich dazu als Genossenschaft zusammengetan, um damit kostengünstig ihren eigenen Strom produzieren und verbrauchen zu können. Die leider immer noch nötigen Überlandleitungen wurden alle unterirdisch verlegt.

Die Einzelhändler haben einen Lieferdienst gegründet, der den Bürgerinnen und Bürgern ihre Einkäufe in klimaneutralen Fahrzeugen anliefert, sei es der Wocheneinkauf, der mittels Online-Bestellung oder vor Ort getätigt wird oder aber der Kauf von größeren Geräten, wie Fernseher oder Haushaltsgeräte. Gleiches gilt für die samstags auf dem Schützenplatz stattfindenden Märkte statt, auf dem regionale Produkte angeboten werden. Auch die Restaurants beteiligen sich, sodass der Lieferdienst für Speisen erheblich ausgeweitet werden konnte. In den Unverpackt-Läden kann man mit seinen mitgebrachten Behältnissen einkaufen, im Leihladen aus einer großen Anzahl akkubetriebener Gartengeräte sich das ausleihen, was man braucht, auch hier gilt Lieferung und Abholung. Das Geknatter der Benzinmäher gehört der Vergangenheit an.

In der Stadt selber dominieren Bäume, Beete und Naschkörbe das Straßenbild. Rund um den Marktplatz ist eine Flaniermeile entstanden, Verbrennungsmotoren wurden weitestgehend verbannt. Wer in der Innenstadt zum Arzt oder zur Apotheke muss, wird mittels CO2-neutraler Fahrzeuge kostengünstig bis vor die Tür gebracht und wieder abgeholt, entweder zum Bahnhof, an dem auch CO2-neutrale Busse alle Ortsteile mit der Stadt verbinden, oder aber, bei Bedarf, bis nach Hause. Das gesamte ÖPNV-System wurde grundlegend verändert. Statt starrer Fahrpläne wird verstärkt ein Rufsystem eingesetzt, mit dem man die Größe der Fahrzeuge planen und unnötige Leerfahrten vermeidet. Dieses System ist in allen Orten im Landkreis verfügbar, es ist mittels Smartphone, PC oder mit dem normalen Telefon bedienbar.

Die Bachläufe und der Main wurden weitestgehend renaturiert, Begradigungen wurden rückgängig gemacht. Wo immer es möglich war, wurden Überflutungsgebiete eingerichtet, um dem Wasser bei Starkregenereignissen Platz zu lassen. Blühwiesen, Hecken und neu aufgeforstete Wälder tragen dazu bei, der Natur mehr Raum zu lassen.

Garagendächer, Haltestellen und Hallen, auf denen keine Solaranlagen platziert werden konnten, wurden begrünt. Der Marktplatz, ehemals genannt Platz des himmlischen Friedens, wurde umgestaltet. In Zusammenarbeit mit den Ausstellern, den Einzelhändlern und Bürgerinnen und Bürgern wurden Bäume gepflanzt, Gastronomieflächen geschaffen und ein demontierbarer Spielplatz angelegt. Dadurch wurde es weiterhin möglich, Events auf dem Marktplatz abzuhalten, wie zum Beispiel der Korbmarkt, aber auch Konzerte und andere kulturelle Ereignisse.

Dank der durch die Einwohnerinnen und Einwohner eingehaltenen Mülltrennung konnte das Müllaufkommen erheblich reduziert werden. Grünabfälle werden nach Anmeldung kostenfrei abgeholt und zu wertvollem Kompost verarbeitet, der gegen eine geringe Gebühr geliefert wird oder abgeholt werden kann. In der Stadt selber wird der Müll mit klimafreundlichen Fahrzeugen abgeholt, zur Sammelstation gebracht und von dort weiter entsprechend verteilt.

 

Ein weiter Weg, aber er hat sich gelohnt. Das Lebensgefühl in der Korbstadt hat sich verbessert, man lebt mit und nicht gegen die Natur. 

Viele weitere Bilder von unserer zukünftigen Stadt haben wir im Kopf, aber vielleicht fallen dir ja selbst noch welche ein?

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